Das laut Ortsnamenbuch 1346 erstmals erwähnte Ogrosen liegt ca. 10 km entfernt vom südwestlichen Spreewaldrand. Die Gutsanlage besteht aus dem Herrenhaus (von 1704), dem Verwalterhaus (um 18. Jh.), dem Landarbeiterhaus (um 18. Jh.) sowie dem alten Wirtschaftshof (Ende 19. Jh.) und steht als historischer Gutsteil unter Denkmalschutz.

Die Entstehung des Gutes ist eng mit der Familie von Stutterheim verbunden, die zu Beginn des 18. zu den stärksten und angesehensten Adelsfamilien der Niederlausitz gehörte. Neben Ogrosen befanden sich noch 12 weitere Rittergüter  mit dem Stammsitz in Golssen in ihrem Besitz. Otto Hieronymus von Stutterheim begann mit dem Umbau des Herrenhauses, nach dessen Tod 1702 ließ es sein Sohn Heinrich Otto 1704 fertig stellen. Damit ist das Gut in seinem Kern älter als die Dorfkirche (von 1760).

Wie für die Niederlausitz nicht ganz untypisch, hatte das Gut einen häufigen Besitzerwechsel:

1447                                     Zincke
1509                                     v. Zabeltitz
1611                                     v. Seifertitz
1622                                     v. Stutterheim
1780                                     v. Löben
1809                                     Graf z. Lynar
1842                                     Graf v. Pourtales
1864                                     Frau v. Thielau
1910                                     v. Voß
1916                                     Lüdeke
1945                                     Volks eigenes Gut
1991                                     Lüdeke / Lütke Schwienhorst

 

Die Architektur des Gutshofes

Das Gutshaus ist ein zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach. Der barocke Bau mit 9 Achsen erhielt im 19. Jahrhundert eine Verlängerung um eine Achse und einen turmartigen, dreigeschossigen Anbau von zwei Achsen. An der Südseite befindet sich in der Hausmitte die Terrasse von der eine Freitreppe in den Park führt. Der etwa 8 Hektar große Park wird vor allem durch die Wasserläufe und Teiche geprägt. Im 19. Jahrhundert stand eine Untermühle am Wasserlauf im Park.
Der hufeisenförmige Wirtschaftshof, der dem Herrenhaus nördlich vorgelagert ist, weist folgende baulichen Besonderheiten auf: Ziegelbauten mit verschiedenen Zierelementen wie Putzbänder und -felder, Feldsteinsockel, dekoratives Gesimse, Rundfenster, Rundbogen und Segmentbogen, Krüppel- und Mansardwalmdach. Bis in die 50er Jahre wurde der östliche Flügel des Wirtschaftshofes als Kuhstall genutzt, der westliche als Pferdestall, Garagen und Stellmacherei.

Die 1960 in die Hofanlage in Plattenbauweise herein gebaute Werkstatt und ein Wohnhaus belasten allerdings den Charakter der ursprünglichen Hofanlage.