Forstwirtschaft

Meist angrenzend an unsere Ackerflächen liegen auch 95 ha zum Gut Ogrosen gehörende Waldflächen, die von uns bewirtschaftet werden und jeweils etwa zur Hälfte reine Kiefern- und Mischwälder sind. Neben der Gemeinen Kiefer sind auch Eichen, Buchen, Eschen, Erlen und Birken sowie weitere Baum- und Staucharten zu finden. Um die Artenvielfalt weiter zu fördern, werden die reinen Kiefernwälder nach und nach zu Mischwäldern umgebaut. Dazu pflanzen wir nahezu jährlich ca. 2 ha mit verschiedenen heimischen Baumarten nach. Diese Flächen werden zum Schutz vor Reh- und Rotwild, das gerne die jungen Triebe der Bäume sowie deren Rinde frisst, eingezäunt.

Das geschlagene Holz nutzen wir für verschiedene Zwecke: Zum einen dient es uns als Bauholz – mit einem mobilen Sägewerk werden die gewünschten Balken und Bretter gesägt. Mit dem anfallenden Abfall- und Reisigholz betreiben wir die 2011 installierte Hackschnitzelheizung und beheizen die Wohnhäuser des Gutshofes. So ist auch unsere Holzwirtschaft Bestandteil der Kreislaufwirtschaft des Gutes. Einen weiteren Teil des Holzes verkaufen wir an die holzverarbeitende Industrie, aber auch Endverbraucher können es als Brennholz oder für weitere Anwendungen wie z.B. Schnitzereien kaufen.

geerntetes Holz
eingezäunte Neupflanzungen

Stromerzeugung

Auch die Stromerzeugung haben wir selbst in die Hand genommen: 2009 und 2010 wurden auf den Südseiten der beiden Jungrinderställen auf jeweils 475qm Photovoltaikmodule (sog. monokristalline Solarmodule) aufgebaut. Dieser Standort ist für die Photovoltaikanlage ideal: durch die Dachneigung ist der notwendige Winkel für die Modulaufstellung bereits vorhanden, der Standort ist geschützt und die Dachfläche erhält durch die Solaranlage eine zusätzliche Funktion – neue Flächen zur Stromproduktion müssen somit nicht in Anspruch genommen werden. Unsere Anlage hat insgesamt eine Leistung von 135kWp – damit wird jährlich etwa doppelt so viel Strom erzeugt und ins Stromnetz eingespeist, wie auf dem Gut Ogrosen verbraucht wird. Für uns bedeutet das neben dem geleisteten Beitrag zur nachhaltigen Stromproduktion auch, dass das wirtschaftliche Ergebnis durch die Einspeisung des hergestellten Stroms ins Stromnetz stabilisiert werden kann. Den Strom, den wir selbst benötigen, beziehen wir über den Ökostromanbieter Elektrizitätswerke Schönau (EWS).

Photovoltaikanlagen auf dem Jungrinderstall

Park und Landschaftsgestaltung

Zur Guthofanlage des Gut Ogrosen gehört außerdem noch ein 8ha großer Park mit drei Teichen und einer 5000m2 großen alten Obstwiese. Die ursprünglich barocke Parkanlage wurde schon im 19. Jahrhundert in einen Landschaftspark umgewandelt und seit etwa 10 Jahren arbeiten wir nach dem Sanierungskonzept des Landschaftsarchitekten Stefan Hohmann an der Wiederherstellung der ursprünglichen Landschaftsparkstruktur. Dazu werden neue, jüngere Bäume herausgestellt und der danebenstehende junge Aufwuchs anderer Bäume wird herausgenommen, so dass die frühere Tiefenwirkung wieder entsteht. Außerdem werden einheimische Baumarten an den notwendigen Stellen nachgepflanzt und die zugewachsenen Sichtachsen wieder freigestellt. Großer Sanierungsbedarf besteht jedoch noch bei den wasserbaulichen Anlagen – den Wehren und Brücken. Bei zahlreichen Sanierungsarbeiten im Park werden wir bemerkenswerter Weise von vielen interessierten und engagierten Ogrosenern unterstützt.

Auch landschaftsgestaltende Maßnahmen setzen wird auf dem Gut Ogrosen unter der planerischen Leitung des Landschaftsarchitekten Stefan Hohmann um. So haben wir beispielsweise 2008 und 2009 insgesamt ca. 2500m Hecke, zum Teil als Wildfruchthecke, gepflanzt. Die Obstbaumalleen wurden schwerpunktmäßig mit Apfelbäumen wieder aufgepflanzt. Sowohl die Anlage weiterer Hecken als auch die ergänzende Aufpflanzung der Obstbaumalleen werden wir in Zukunft weiter fortsetzen. Zu den landschaftsgestaltenden Maßnahmen gehört zudem ein Anlageversuch von vier kleinen Heckeninseln, die als etwa 80m langes Schiffchen in Ost-West-Richtung auf einem großen Acker gepflanzt sind. Die dort angepflanzten Bäume sollen bei entsprechender Größe in 20-30 Jahren den Tieren auf der Weide als Schattenspender dienen.